Nazis die Musik ausdrehen – Rechtes Konzert in der Palette ist nicht hinnehmbar

Pressemitteilung 18.12.2006

Am ersten Weihnachtfeiertag (25. Dezember 2006) ist für die Tanzbar Palette in Halle (Saale) ein Konzert der Gruppen „Orplid“, „Kammer Sieben“ und „Quellenthal“ angekündigt. Die beteiligten Bands operieren am rechten Rand der Gesellschaft. Der Veranstalter, Uwe Nolte, verfügt über gute Kontakte in die rechtsextreme Szene der Saalestadt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnen das geplante Konzert ab, sie rufen den Betreiber der Palette auf, die Veranstaltung abzusagen.
Oliver Paulsen, Vorsitzender des Regionalverbands Halle-Saalkreis: „Das geplante Konzert rechter Musikgruppen in Halle ist nicht erträglich. Während rechtsextreme Straf- und Gewalttaten in Sachsen-Anhalt immer weiter zunehmen, wird hier die Ideologie der Schläger musikalisch salonfähig gemacht. Es ist kein Geheimnis, dass rechte Musik den Einstieg in die Szene ermöglicht, weil sie ein attraktives Angebot an junge Menschen formuliert und politisch extreme Inhalte zunächst vor allem unterschwellig transportiert. Wir fordern deshalb den Betreiber der Palette auf, die Veranstaltung abzusagen und sich von den Veranstaltern und Bands zu distanzieren. Die Veranstaltung ist für Halle, das sich am Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus beteiligt, ein verheerendes Aushängeschild. Auch die Stadtverwaltung sollte deshalb die ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um die Veranstaltung zu verhindern.“

Sebastian Striegel, Rechtsextremismusexperte und Mitglied im Landesvorstand Sachsen-Anhalt ergänzt: „Orplid ist Teil der rechten Musikszene. Bandmitglied und Organisator der Veranstaltung, Uwe Nolte, verfügt über ausgezeichnete Verbindungen in die hallesche Neonaziszene. Als Mitglied von Orplid zeichnete Nolte verantwortlich für mehrere CD-Produktionen die positiv auf rechtsextremes Gedankengut Bezug nehmen. Die Band wurde in der Deutschen Stimme (Parteizeitung der NPD) positiv rezensiert und von einem Autor der neurechten Schülerzeitung Blaue Narzisse beworben. Ein Teil des Vertriebs der Band-Produktionen erfolgte über rechtsextreme Musikversände. Kammer Sieben bedient sich in ihrem Logo germanisch inspirierter Runensymbolik und stellt auf ihrer Internetseite einen Download des Ostpreußenlieds zur Verfügung. Rechtsextreme Musik in halleschen Clubs stillschweigend hinzunehmen, ist nicht akzeptabel. Mir ist unverständlich, wieso die Palette – wider besseren Wissens – ihre Räume für Rechtsausleger in der Musik öffnet. Nazis muss die Musik ausgedreht werden – und die Palette sollte solange gemieden werden, bis das passiert.“

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